Die Universität Graz vergibt 2026 den Förderpreis für innovative, digitale Lehrprojekte, in denen digitale Medien, Werkzeuge und Methoden didaktisch durchdacht und wirkungsvoll in die Hochschullehre integriert werden. Alleinstellungsmerkmal dieses Förderpreises ist, dass nicht die bloße Nutzung digitaler Tools, sondern deren innovativer, lernwirksamer und reflektierter Einsatz im Mittelpunkt steht.
Auf dieser Seite werden alle Fragen zum Förderpreis beantwortet.
Ist etwas offen geblieben, wenden Sie sich bitte an Dr. Lisa Scheer (DW 5724).
Ihren Antrag reichen Sie unter zlk(at)uni-graz.at ein.
FAQs zum Förderpreis
Pro Studienjahr vergibt die Universität Graz maximal zwei Förderpreise an Projektvorhaben, in denen innovative digitale Lehr- und Lernformate wissenschaftsbasiert entwickelt, erprobt und reflektiert werden. Projekterkenntnisse sind mit der Scientific Community zu teilen.
Das Preisgeld liegt pro Projekt bei maximal € 4.000 (Einzelantrag) und € 10.000 (Teamantrag) zur Verwendung für Sach- und Personalmittel. Jedem Projektteam wird für die Projektumsetzung zusätzlich hochschuldidaktische und mediendidaktische Beratung und Begleitung zur Verfügung gestellt.
Der Projektantrag kann von einzelnen Lehrenden oder von Lehrendenteams der Universität Graz eingebracht werden.
Der Förderpreis wird für Lehrprojekte vergeben, die darauf abzielen, digitale Medien und Technologien auf BA/B.Sc.- oder MA/M.Sc.-Level bzw. im Lehramtsstudium didaktisch innovativ einzusetzen – sei es durch die Überarbeitung bestehender Lehrformate oder die Erprobung neuer digitaler Ansätze.
Gefördert werden in sich geschlossene Projekte mit Projektleitung sowie definierten Daten für Projektstart und -ende (innerhalb des Studienjahres).
Der Förderpreis zielt darauf ab, den didaktisch reflektierten und innovativen Einsatz digitaler Medien, Werkzeuge und Methoden in der Hochschullehre zu stärken. Dabei geht es nicht um Digitalisierung als Selbstzweck, sondern um die Verbesserung von Lehr- und Lernprozessen mittels durchdachter mediendidaktischer Ansätze.
Förderwürdige Lehrprojekte können zum Ziel haben:
- Entwicklung und Erstellung innovativer, digitaler Lehr-/Lernmaterialien, die in Form von OER mit der gesamten Lehrendencommunity geteilt werden,
- Aufsetzen oder Weiterentwickeln eines didaktisch fundierten Prozesses zum Einsatz digitaler Medien, über den anschließend öffentlich berichtet wird (z. B. Lehrveranstaltungskonzept),
- Beantwortung einer Forschungsfrage zum Einsatz digitaler Technologien in der Lehre und Publikation wissenschaftlicher Erkenntnisse,
- auf Erprobung basierende Reflexion und Weiterentwicklung der eigenen digitalen Lehre,
- Förderung digitaler Kompetenzen (z. B. AI Literacy) als explizites Lernziel.
Einreichungen können sich auf eine oder mehrere der folgenden Funktionen beziehen (nicht abschließend):
- Interaktion und Aktivierung: Synchrone und asynchrone Kollaboration, digitale Abstimmungs- und Feedbacksysteme, Peer-Feedback-Verfahren
- AI Literacy/Competence: KI als Lernwerkzeug für Studierende (Recherche, Feedback, Textarbeit); KI zur Lehrunterstützung (Materialerstellung, Aufgabenerstellung, Avatare); KI als Gegenstand der Lehre (kritische Auseinandersetzung im Fachkontext)
- Multimediale Wissensaufbereitung: Lehrvideos und Screencasts, Podcasts, interaktive digitale Lernmaterialien
- Simulation und erfahrungsbasiertes Lernen: Virtuelle Labore, spielbasierte Lernszenarien, fallbasierte digitale Übungsformate
- Reflexion: Digitale Lernportfolios, strukturierte Lerntagebücher
- Studentische Produktion: Erstellung digitaler Lernmaterialien durch Studierende, Veröffentlichung als OER
- Forschungs- und Datenorientierung: Einbindung realer Datensätze, Citizen-Science-Elemente
Bewerbungen für den Förderpreis sind sowohl von einzelnen Lehrenden als auch Lehrendenteams der Universität Graz unabhängig von der Karrierestufe möglich.
Digitale Technologien verändern das Lehren und Lernen an Hochschulen grundlegend – insbesondere durch neue Möglichkeiten der Interaktion, Individualisierung und Kollaboration. Gleichzeitig zeigt sich, dass der bloße Einsatz digitaler Werkzeuge allein noch keinen Mehrwert für das Lernen garantiert. Entscheidend ist ein didaktisch reflektierter, innovativer und lernwirksamer Einsatz. Der Förderpreis setzt hier gezielt an: Er würdigt Lehrprojekte, in denen digitale Mittel nicht als Selbstzweck eingesetzt, sondern reflektiert, begründet und kreativ genutzt werden, um Lehr- und Lernprozesse nachhaltig zu verbessern. Damit unterstützt die Universität Graz eine zukunftsorientierte Lehrkultur, die technologische Chancen verantwortungsvoll nutzt.
Die Lehrprojekte werden auf den Uni-Webseiten öffentlich dargestellt. Außerdem sind Projektergebnisse und -erkenntnisse sowohl der Fach- als auch der gesamten Lehrenden-Community zugänglich zu machen. Möglichkeiten hierfür sind:
- OER-Portal der Uni Graz
- Vortrag bei Veranstaltungen, z. B. High Noon – Didaktik zu Mittag, Tag der Lehre
- Beitrag in fachdidaktischen Publikationsorganen
- Beitrag in hochschuldidaktischen Publikationsorganen (Neues Handbuch Hochschullehre, die hochschule, ZFHE etc.)
- Konferenzbeitrag: Paper, Workshop, Poster (z. B. bei der Future Education Conference, dem University Future Festival oder der TURN Conference)
- Workshop in Weiterbildungsprogrammen (an Unis, in Uni-Verbünden, Fach-Community)
Projektverantwortliche werden dabei hochschulintern unterstützt.
- Ausgangslage und Motivation: Eingangs wird präsentiert, welche Beobachtung, Herausforderung, Problemlage und/oder Motivation zur Einreichung geführt hat.
- Projektziel: Das Ziel, das im Projekt verfolgt wird, wird dargestellt und mit der Ausgangsmotivation verknüpft.
- Innovationsgehalt: Das Lehrkonzept verfolgt einen neuartigen didaktischen Ansatz, der über die routinemäßige Nutzung digitaler Werkzeuge hinausgeht. Der Ansatz ist potenziell auf andere Fächer oder Kontexte übertragbar.
- Lernwirksamkeit: Der Einsatz digitaler Mittel aktiviert Studierende und trägt nachvollziehbar zur Verbesserung von Lernprozessen bei.
- Didaktische Reflexivität: Die Wahl der digitalen Mittel ist didaktisch begründet. Die Lehrperson setzt sich kritisch mit dem Einsatz der Technologie(n) auseinander. Beim Einsatz KI-gestützter Werkzeuge umfasst dies insbesondere: die Förderung kritischen Denkens, die Transparenz gegenüber Studierenden, den reflektierten Umgang mit Gefahren (z. B. Halluzinationen) sowie die Frage der Abhängigkeit von (kommerziellen) Systemen.
- Offenheit und Nachnutzbarkeit: Die entwickelten Materialien sind dokumentiert und für andere zugänglich, vorzugsweise als Open Educational Resources (OER) unter einer offenen Lizenz.
- Nachhaltigkeit: Das Lehrkonzept ist dauerhaft in die Lehre integrierbar und erfordert einen vertretbaren Ressourcenaufwand.
- Ethik und Inklusion: Das Konzept berücksichtigt Barrierefreiheit sowie datenschutzrechtliche Anforderungen (DSGVO). Beim Einsatz KI-basierter Systeme werden zusätzlich die Anforderungen des EU AI Act sowie Fragen algorithmischer Fairness und Datensouveränität berücksichtigt.
- Sichtbarkeit: Antragssteller:in(nen) und deren Rolle(n) im Projekt werden vorgestellt. Im Antrag wird erläutert, wie die Sichtbarkeit der Projektergebnisse sichergestellt werden soll.
- Projektplan: Dem Antrag liegt ein detaillierter, realistischer Projektplan (Zeitplan) bei.
- Kostendarstellung: Es wird detailliert skizziert, wofür das Projektgeld verwendet wird.
- Gesamtkohärenz: Die gesamte Projektdarstellung ist kohärent und stimmig.
Beschreiben Sie Ihr Lehrprojektvorhaben in dem Formular und prüfen Sie, ob Sie auf alle Vergabekriterien eingegangen sind. Reichen Sie Ihren Antrag bis Montag, 7.9.2026 unter zlk(at)uni-graz.at ein.
Alle Anträge für den Förderpreis für innovative, digitale Lehrprojekte werden von einer Jury im Hinblick auf das Erfüllen der Vergabekriterien geprüft. Die Jury setzt sich aus Mitgliedern der Universität Graz zusammen und wird von der Vizerektorin für Studium und Lehre geleitet. Die Entscheidung erfolgt bis 18.9.2026. Alle Antragsstellenden werden nach der Jurysitzung über die Entscheidung informiert.
| Antragstellung: | bis 7.9.2026 |
| Juryentscheid und Bekanntgabe: | bis 18.9.2026 |
| Projektstart und Durchführung: | spätestens ab 1. Oktober |
| Projektlaufzeit: | maximal 12 Monate |
| Projektende: | 30.9.2027 |
Vor der Einreichung bietet das Zentrum für digitales Lehren und Lernen (Mediendidaktik & Multimediaproduktion) Beratung zum Projektvorhaben.
Nach Zusage des Förderpreises können Serviceeinrichtungen der Universität Graz zur Umsetzung des Projektes für Unterstützung angefragt werden. Dafür stehen insbesondere das Zentrum für Lehrkompetenz (Hochschuldidaktik) und das Zentrum für digitales Lehren und Lernen (Mediendidaktik & Multimediaproduktion) zur Verfügung.
Fragen zur Antragstellung werden jederzeit von Lisa Scheer, Zentrum für Lehrkompetenz, beantwortet.
Uniexterne Expert:innen können auf eigene Kosten zur Unterstützung in der Antragsphase wie auch der Umsetzungsphase herangezogen werden.
Man kann sich mehrmals für den Förderpreis bewerben, muss im Antrag jedoch deutlich machen, wie sich das neue Lehrprojekt von dem unterscheidet, das den Förderpreis bereits erhalten hat.