Datieren verstaubter Relikte, Rezipieren alter Fabeln, Beschreiben antiker ritueller und religiöser Praktiken – diesen und vielen weiteren Aktivitäten gehen die Mitarbeitenden des Instituts für Antike der Uni Graz nach. Dabei machen sie eines deutlich: Verstaubtes, Altes und Antikes ist nicht nur für sie spannend, sondern für die Gegenwartsbetrachung höchst relevant. Wissen über die menschlichen Lebenswelt des griechisch-römischen Altertums kann herangezogen werden, um aktuelle Phänomene und Herausforderungen zu deuten, analysieren und erklären.
Für die Bewahrung unseres kulturellen Erbes spielt die Digitalisierung eine große Rolle und findet sich daher in den Forschungsschwerpunkten des Instituts wieder, so auch in der Epigraphik, der Inschriftenkunde. Experte für lateinische Epigraphik an der Uni Graz und Pionier in Digital History ist Prof. Wolfgang Spickermann, der gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Krešimir Matijević von der Alten Geschichte der Uni Leipzig 2025 einen Förderpreis für das Lehrprojekt „Digitale Epigraphik in der Praxis“ erhalten hat.
Die digitale Erfassung von Inschriften und ihre Sammlung in Datenbanken wie der Epigraphischen Sammlung der Uni Graz ermöglicht Forschenden ortsunabhängigen Zugriff und erweitert Analysemöglichkeiten. So auch für Studierende, die durch die Mitarbeit an der digitalen Aufbereitung digitale und forschungspraktische Kompetenzen erweitern. Im Projekt ist aber noch viel mehr passiert. Was genau Ausgangslage und Ziel des Projektes war, welche Erfahrungen gemacht wurden und inwiefern in solchen Projekten alle Beteiligten Lernende sind, erklären die beiden Projektleiter in einem Video, das vom Zentrum für digitales Lehren und Lernen dankenswerterweise produziert wurde.